Bitcoin | © PantherMedia / Sebastian Duda

Goldgräberstimmung im Internet: Wie konnte der Bitcoin so groß werden?

Zu Beginn, als der Bitcoin im Januar 2009 startete, ahnte wohl niemand, dass er eine solche Entwicklung nehmen würde. Schon damals wurde ein genauer Ablauf für die Bitcoin-Ausschüttung festgelegt. Ab dem 07. Januar 2009 wurden alle 10 Minuten 50 Bitcoins ausgeschüttet.

Nach vier Jahren wurde diese Ausschüttung um die Hälfte reduziert, also wurden ab diesem Zeitpunkt nur noch 25 Bitcoins alle 10 Minuten ausgeschüttet. Dieser Prozess setzt sich alle vier Jahre fort, um sich so immer mehr der absoluten Obergrenzen von 21.000.000 Bitcoins anzunähern. Im Jahr 2130 wird dieser Annäherungswert dann erreicht sein. So ist der Wert des Bitcoins besser vor der Inflation geschützt.

Funktionsweise hinter dem Bitcoin

Durch die von Anfang an bestimmte Obergrenze von 21.000.000 Bitcoins wurde dafür gesorgt, dass der Bitcoin schnell an Wert gewinnt. Alles begann mit einem Wert von 30 US-Cent pro Bitcoin, der sich dann aber schnell auf einen Wert von 130 $ steigerte. So begann die Bitcoin Era und damit auch der Bitcoin Profit.

Es wurde ein gigantisches dezentrales Netzwerk geschaffen, zu dem hunderttausende von Rechnern zählen. Jeder einzelne Rechner überwacht und überprüft ununterbrochen alle Eingaben von Benutzern bzw. von externen Datenquellen. Diese Überprüfung betrifft sämtliche Transaktionen.

Wird eine dieser Transaktion als korrekt bestätigt, wird sie sofort in einer gigantischen Datenbank gespeichert. Also handelt es sich hier um eine Art Buchführung. Diese „Buchführung“ oder besser, diese Datenbanken, sind öffentlich und jeder kann sie problemlos einsehen. Auf Grund dieser Tatsachen ist jeder Bitcoin, der im Umlauf ist, eindeutig nachzuvollziehen. Anders als bei der gewöhnlichen Buchführung, findet dieser Vorgang gleich hunderttausendfach statt. Deswegen können doppelte Transaktionen vollkommen ausgeschlossen werden.

Damit ist der Bitcoin ein System, dass sich um ein digitales Transaktionsbuch bewegt. Diese Vorgehensweise macht den Bitcoin fälschungssicher und außerdem wird er damit zudem auch dezentral verwaltet. In der Fachsprache heißt dieses Transaktionsbuch Blockchain.

Die Blockchain beinhaltet also sämtliche Transaktionen, die auf der Welt je getätigt wurden. Zusätzlich wird die Blockchain auf jedem PC, der sich in diesem Bitcoin-Netz befindet, gespeichert.

Es gibt also keine zentrale Stelle, die diese Transaktionen oder das Transaktionsbuch zentral verwaltet, sondern alle Informationen befinden sich auf allen Rechnern. Damit ist der Bitcoin dezentral.

Diese Faktoren ließen den Bitcoin so groß werden

Hier liegt die Geldschöpfung nicht in öffentlicher Hand, dadurch kann sie auch nicht von Banken kontrolliert werden. Das ist der Grund, warum weder Banken noch Regierungen auf dieses System Einfluss nehmen können. Die Begrenzung der Bitcoins ist darüber hinaus der wirkungsvollste und sicherste Schutz vor der Inflation.

Da der Bitcoin Kurs „open source“ ist, können Fehler schnell erkannt und ausgemerzt werden. Ein Betrug würde sofort auffallen.

Auf Grund der absoluten Sicherheit des Bitcoins eignen sie sich auch hervorragend zum Spenden. Da niemand, weder eine Institution, noch eine Person, dazwischengeschaltet ist, kann auch niemand die Spenden ganz oder zum Teil einbehalten.

Beim Rückblick zum Dezember 2010 wird schnell klar, warum das so überaus wichtig ist, denn hier kam es zur Kontensperrung gegenüber Wikileaks. Alle namhaften Banken und Finanzinstrumente, wie Master, Visa, PayPal und viele mehr, sperrten einfach das für Wikileaks eingerichtet Spendenkonto.

Mit dem Bitcoin ist diesen Institutionen die Möglichkeit genommen worden, sich über alles zu stellen und einfach Entscheidungen zu treffen, weil sie schlicht und ergreifend anderer Meinung sind. Schon Wikileaks reagierte darauf mit der Bitte, zukünftige Spenden in Form von Bitcoins zu tätigen. Der absolute Vorteil liegt klar auf der Hand, nämlich die totale Unabhängigkeit, die durch diese digitale Währung erstmals überhaupt möglich geworden ist.

Auch die Selbstverwaltung spielt hier eine entscheidende Rolle

Anders, als bei der herkömmlichen Bank der Fall ist, kann wirklich jeder ein Bitcoin Konto einrichten. Hier müssen keine Angaben gemacht werden, das gilt auch für die Menschen, die kein Bankkonto bekommen können, oder auch diejenigen, die sich schlicht und ergreifend keines leisten können.

Die Nutzung des Systems ist gratis und es fallen auch die sonst üblichen Nutzungsgebühren, wie das bei Kreditkarten der Fall ist, nicht an. Rückbuchungen sind innerhalb dieses Systems allerdings nicht möglich. Hat man das Geld empfangen, dann bleibt es auch im eigenen Besitz.

Ebenso erstaunt häufig die Geschwindigkeit, mit der Transaktionen hier abgewickelt werden. Während Banken für ihre Transaktionen noch immer bis zu 2 Werktagen benötigen, dauern die Transaktionen von einer Überweisung bis zur Bestätigung maximal 10 Minuten.

Ein weiteres unschlagbares Argument, was den Bitcoin so sehr auf Erfolgskurs gesetzt hat, ist die Tatsache, dass man weltweit Zugriff auf sein Bitcoin Konto hat. Dafür bedarf es lediglich des Privat Keys, der parat sein sollte. Entweder druckt man ihn einfach aus, oder man speichert seinen Privat Key auf einen USB-Stick.

Last but noch least kann man so viele Bitcoins mitnehmen, wie man möchte. Die Zollbestimmungen, die das Mitführen von Bargeld von 10.000 Euro erlauben, greifen hier nicht.

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