Fritz!Box Repeater ohne externes Netzteil

WLAN-Netzwerk mithilfe von WLAN-Repeatern erweitern

WLAN-Symbol

Der richtige WLAN-Repeater sorgt für ein starkes WLAN-Signal im ganzen Gebäude. (Quelle: Istockphoto)

 

Im ersten Teil unserer Artikel-Serie über die Optimierung des WLAN-Netzwerks haben wir Sie darüber informiert, wie Sie ohne zusätzlche Kosten das Signal des Routers optimal nutzen und gegebenenfalls verstärken können. In manchen Fällen reichen diese Maßnahmen jedoch nicht aus. Wie Sie trotzdem die Sendeleistung Ihres Routers vollständig ausnutzen können, verraten wir Ihnen im Folgenden.

WLAN-Router haben, vor allem in Gebäuden mit vielen Räumen oder mehreren Stockwerken, nur eine begrenzte Reichweite. Bestehen die Wände der einzelnen Räume beispielsweise aus Stahlbeton, kann es sogar sein, dass der Empfang in anderen Räumen kaum oder gar nicht möglich ist. Für solche Fälle gibt es die sogenannten WLAN-Repeater, die imstande sind, das Signal des Routers deutlich zu verstärken und die Sendereichweite somit zu erhöhen. Als Repeater eignet sich beispielsweise auch ein alter Router – einfacher ist es jedoch, zu einem eigens dafür vorgesehenen Gerät zu greifen.
Der Repeater fungiert als eigenständiger Empfänger und Sender: Er fängt das WLAN-Signal auf und leitet es ohne große Verluste der Signalstärke weiter. Alles was der Verstärker dazu benötigt, ist der Anschluss an eine Steckdose.

 

1. WLAN-Router als Repeater verwenden

Wer seinen alten Router als Repeater verwenden möchte, sollte sich zuvor über die Nachteile und Schwierigkeiten dabei bewusst werden.

  • Der Stromverbrauch eines WLAN-Routers ist deutlich höher als der eines Repeaters
  • Die Konfiguration eines Routers zum Repeater ist verhältnismäßig umständlich
  • Werden zwei Router unterschiedlicher Hersteller verwendet, kann es zu Kompatibilitätsproblemen kommen, die unter Umständen auch Sicherheitsrisiken nach sich führen

Wenn Sie über diese Nachteile hinwegsehen können, kann der Gebrauch eines Verstärker-Routers ähnliche Ergebnisse erzielen wie die Verwendung eines WLAN-Repeaters. Folgendermaßen können Sie vorgehen:

Router mit eingestecktem, blauen Kabel

Ein Router hat gerade in geschlossenen Räumen nur eine begrenzte Reichweite (Quelle: Fotolia)

a) MAC-Adresse beider Router herausfinden

Um die beiden Router für die Netzwerkerweiterung konfigurieren zu können, benötigen Sie von beiden Geräten die MAC-Adresse. Diese erfahren Sie im Web-Interface der Router. Um dieses öffnen zu können, müssen Sie den Router mithilfe eines Netzwerkkabels mit dem Computer verbinden und seine IP-Adresse in die Suchleiste eintippen – die IP-Adresse ist meist voreingestellt und kann in der Betriebsanleitung gefunden werden. Je nach Router-Modell können auch Anfragen wie „speedport.ip“ (Telekom-Router) oder http://fritz.box (Fritz-Box) das Interface des Routers aufrufen.
Die MAC-Adresse ist eine zwölfstellige Kombination aus Zahlen und Buchstaben – Beispiel: 00:04:A0:7E:0E:P5

b) SSID und Funkkanal einstellen

Stellen Sie sicher, dass beide Router die gleiche SSID, also den gleichen Anzeigenamen haben. Auch müssen beide Geräte auf denselben Funkkanal ausgerichtet sein. Beide Einstellungen können Sie ebenfalls im Web-Interface (siehe oben) durchführen.

c) Router als Repeater definieren

In den Router-Einstellungen müssen Sie nun angeben, dass das Gerät als Repeater genutzt werden soll (Betriebsart) – hierzu muss die WDS-Option aktiviert werden, über die ein Großteil moderner Router verfügt. In dem Repeater-Router muss nun die MAC-Adresse des Basis-Routers eingetragen werden. Im Anschluss sollten die IP-Adressen beider Geräte aufeinander abgestimmt werden – achten Sie darauf, dass sich die beiden letzten Zahlen voneinander unterscheiden.

Beispiel:
IP-Adresse des Basis-Routers = 192.168.3.123
Mögliche IP-Adresse des Repeaters = 192.168.3.321

d) Verschlüsselung aktivieren

Verschlüsselungssymbol von WPA2

Es ist wichtig, Ihr Netzwerk mit der WPA2-Verschlüsselung gegen Eindringlinge zu schützen. (Quelle: Fotolia)

Entscheidend für Ihre Sicherheit im Netzwerk ist eine geeignete Verschlüsselung. Bei älteren Modellen oder Kompatibilitätsproblemen können Sie unter Umständen nur auf die veraltete WEP-Verschlüsselung zurückgreifen – diese entspricht jedoch nicht mehr den gängigen Sicherheitsstandards und kann von Hackern spielend leicht umgangen werden. Den Router sollten Sie daher nur dann mit dem Internet verbinden, wenn sowohl der Repeater als auch der Basis-Router über eine WPA2-Verschlüsselung verfügen.

 

e) Router als Basis definieren

Aktivieren Sie im Anschluss auch beim Basis-Router die WDS-Funktion im Web-Interface. Dort geben Sie die MAC-Adresse des Repeaters ein und aktivieren ebenfalls die WPA2-Verschlüsselung.

2. WLAN-Repeater verwenden

Fritz!Box Repeater ohne externes Netzteil

Gerade Fritz!Box-Repeater sind sehr leistungsstark.

Wesentlich einfacher ist die Einrichtung eines erweiterten Netzwerks mithilfe eines dafür vorgesehenen WLAN-Repeaters. Wichtig ist, dass sowohl Repeater als auch Router dieselben Netzwerkeinstellungen haben. Mit dem WiFi Protected Setup (WPS), über das die meisten modernen Modelle verfügen, geht das auf Knopfdruck automatisch – in Einzelfällen kann eine manuelle Konfiguration notwendig sein, die Sie ebenfalls über ein Web-Interface vornehmen können.
Im Idealfall sollte Ihr Repeater über ein externes Netzteil verfügen – auf diese Weise haben Sie mehr Spielraum bei der Positionierung. Haben Sie ein Gerät, das direkt in die Steckdose kommt, können Sie alternativ auch einen Mehrfachstecker als Verlängerungskabel nutzen, wobei diese Variante weniger elegant aussieht. Repeater mit Bridge-Funktion geben Ihnen die Möglichkeit, Computer oder Peripherie-Geräte ohne WLAN-Modul über ein Kabel mit dem Verstärker zu verbinden. Ausführliche Informationen zu verschiedenen Repeater-Modellen erhalten Sie auf www.wlanrepeater.org

Entscheidend für ein starkes Signal ist auch die optimale Positionierung des Repeaters. Manche Repeater bieten Ihnen zu diesem Zweck grafische Anzeigen an, mit denen Sie die Stelle mit der besten Sendeleistung ermitteln können. Sollte der Repeater nicht über eine solche Funktion verfügen, können auch diverse Programme behilflich sein. Ideal ist eine Position, die ohne Hindernisse auf einer Linie mit dem Router liegt – alle Gegenstände, vor allem Metall, schwächen das Signal ab und mindern die Leistung.
Grundsätzlich können Sie auch mehrere Repeater im Haus verwenden, bedenken Sie jedoch, dass die Sendeleistung mit jedem in Reihe geschalteten Repeater stark sinkt.

<<< Zu Teil 1: Netzwerk ohne zusätzliche Hardware erweitern
>>> Zu Teil 3: Netzwerk mit Powerline-Adapter noch effektiver erweitern
>>> Direkt zum Fazit

3 Kommentare

  • Wie bitte gebe ich die IP-Adresse wie in Ihrem Beispiel ein? Ich zitiere:
    „Mögliche IP-Adresse des Repeaters = 192.168.3.321“. Konkret geht es um die 321. Meine IP-Adressen enden üblicherweise bei höchsten .254.
    Mit freundlichem Gruß
    Mathias Krause

  • Wlan Repeater Tester

    Danke für den gelungenen Beitrag, viele hilfreiche Infos.

  • Ein WLAN Repeater ist immer nur eine Notlösung. Am besten man konfiguriert die Repeater als Access Points und geht somit auch dem Problem aus dem Weg das sich mit jedem Repeater die WLAN Bandbreite halbiert. Vorausgesetzt es liegen entsprechende LAN Kabel! Aber Powerline ist hier ja vielleicht auch eine gute Alternative…

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