Teil 5: Wie installiere ich mein System neu?

Wir alle kennen das leidige Problem: Programmstarts dauern immer länger, das System wird instabiler, möglicherweise haben Sie sogar den ein oder anderen Totalausfall Ihres Betriebssystems samt Bluescreen. Je älter ein PC ist und je länger er bereits läuft und gute Dienste verrichtet hat, umso fragiler und unsicherer wird auch das Betriebssystem. Datenmüll und falsche Verknüpfungen sammeln sich auf dem Computer an. In schweren Fällen helfen auch keine Programme wie Registry Cleaner mehr. Haben alle bisher genannten Tipps nicht zum erwünschten Erfolg geführt, bleibt also meist nur noch eine Möglichkeit übrig:
Das System muss komplett erneuert werden und das bedeutet: Daten sichern, Festplatte formatieren und Windows neu aufspielen. Gleiches wird bei einem Befall des Systems mit einem Trojaner empfohlen.

Doch viele Nicht-Profis scheuen sich davor, diesen Vorgang selbst durchzuführen, weil sie befürchten, dem nicht gewachsen zu sein. Dabei ist aber das Formatieren der Festplatte und die Windowsinstallation spielend einfach.

1. Daten sichern

Datei an einen anderen Datenträger senden

Sichern Sie Ihre Daten! (Zum Vergrößern anklicken)

Der erste Schritt, bevor Sie beginnen, Ihr System neu aufzusetzen, besteht darin, Ihre Daten wie etwa Musik, Filme oder Office-Dokumente zu sichern. Dies funktioniert bei kleineren Datenmengen durch Beschreiben einer CD oder eines USB-Sticks, bei größeren sollten Sie sich eine externe Festplatte zulegen. Tipp: Wenn Sie Ihre Festplatte partitionieren, also den Speicherplatz einer Festplatte in mehrere Bereiche unterteilen, können Sie Ihre Daten-Festplatte unverändert lassen und nur die Festplatte (C:) mit der Windowsinstallation formatieren. Das spart Zeit und Nerven. Wie die Partitionierung funktioniert, haben wir Ihnen in vierten Teil unserer Artikelreihe zur Steigerung der Computerleistung beschrieben (siehe unten).

2. Festplatte formatieren

Windows XP:
a) Boot-Reihenfolge ändern

Sie müssen im BIOS einstellen, dass der PC zunächst vom CD-Laufwerk bootet und nicht von der Festplatte, damit Sie von der Windows-Installations-CD starten können. Welche Taste Sie drücken müssen, um in das BIOS zu gelangen, wird Ihnen beim Hochfahren des PCs auf dem Monitor mitgeteilt. Meist ist dies die ENTF-, DEL-, F1- oder F2-Taste. Unter dem Menüpunkt „Boot Device Priority“, den Sie mit den Pfeiltasten und „Enter“ aufrufen können, müssen Sie nun bei „1st Boot Device“ „CD-ROM“ auswählen. Nun verlassen Sie das BIOS-Menü durch Drücken des ESC-Taste und Bestätigung der Meldung „Discard changes and exit setup now?“

b) Formatieren

Starten Sie den Computer neu, nachdem Sie die originale Windows-Installations-CD eingelegt haben. Nun öffnet sich die Windows-Installations-Routine.
Auf dem Willkommens-Bildschirm drücken Sie „Enter“, um Windows neu zu installieren. Bestätigen Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen mit der Taste „F8“.

Nun werden Sie zu einem Bildschirm geleitet, auf dem die Festplatten bzw. Partitionen aufgelistet werden. Hier können Sie die Windows-Partition formatieren, um den Datenmüll bzw. eventuell vorhandene Trojaner endgültig zu beseitigen. Wählen Sie die entsprechende Partition aus (meistens C:) und drücken Sie erneut „Enter“ zum Formatieren. Dies ist die letzte Chance, das Formatieren abzubrechen und Dateien zu sichern – nach der Bestätigung des Vorgangs werden sämtliche Daten auf der ausgewählten Partition gelöscht! Mittels Drücken der Taste F starten Sie die Formatierung.

3. Windows neu aufspielen

Windows XP:
Sofort nach der Formatierung liest Windows alle erforderlichen Daten für die Windows-Installation ein. Danach startet der Computer automatisch neu.

Nun installiert sich Windows XP selbstständig auf Ihrem PC. Im Laufe der Installation müssen Sie einige Einstellungen vornehmen. In der Regel genügt es, wenn Sie die Einstellungen mit „Weiter“ bestätigen. Unter anderem werden Sie nach Ihrem Windows-Schlüssel gefragt, der sich auf der mitgelieferten CD oder am Gehäuse Ihres PCs befindet.
Am Ende der Installation meldet sich das fertige XP mit einer Nachricht, die mit „Vielen Dank“ beginnt. Nun sollten Sie den PC neu starten, um sicherzustellen, dass alle installierten Komponenten ihren Dienst tun.

Hinweis: Die Installation von Windows ist ein zeitintensiver Vorgang, der je nach Rechnerleistung mehrere Stunden dauern kann.

4. PC einrichten

Nachdem das System vollständig installiert ist, müssen noch einige Dinge erledigt werden, bis es vollständig einsatzbereit ist.

a) Updates

Ansicht der Updates im Startmenü

Zum Vergrößern anklicken

Das Ausführen von Updates sollte der erste Schritt nach einer Formatierung sein. Den entsprechenden Dienst finden Sie im Startmenü unter “Alle Programme”. Die Windows-Updates sind in wichtige und optionale Updates gegliedert. Bei den wichtigen Updates handelt es sich meist um sicherheitsbezogene Änderungen, die Sie unbedingt installieren sollten. Manche davon schließen gefährliche Sicherheitslücken, die Viren und Trojanern den Zugriff auf Ihr System ermöglichen können. Nach dem Herunterladen und Installieren der Updates sollten Sie daran denken, den PC neuzustarten, damit alle Änderungen übernommen werden.

Tipp: Prüfen Sie mithilfe des Dienstes regelmäßig, ob neue Updates verfügbar sind. Um Ihnen das Ganze zu erleichtern, können Sie auch einstellen, dass Windows die Updates automatisch installiert oder Sie benachrichtigt, sobald eine wichtige Änderung durchgeführt werden sollte.


b) Treiber

Ein Treiber ist die Schnittstelle zwischen Hardware (wie Grafik- und Soundkarte) und dem System – er sorgt dafür, dass die Hardware richtig erkannt wird und gewährleistet ihre Funktionalität. Nicht alle benötigten Treiber werden beim Aufspielen des Betriebssystems automatisch installiert. In der Regel benötigen folgende Komponenten eine separate Installation:

  • Grafikkarte
  • Soundkarte

Darüber hinaus ist auch für die folgenden Geräte ein Treiber empfehlenswert, auch wenn diese manchmal auch ohne separate Installation funktionieren:

  • Maus
  • Tastatur
  • Drucker, Fax, Scanner
  • Externe Geräte wie Kamera, externe Festplatte, u.Ä.

Wichtig: Mit dem Kauf Ihres Computers erhalten Sie in der Regel eine CD, auf der wichtige Chipsatz-Treiber enthalten sind. Diese haben für die Funktionalität des Mainboards eine große Bedeutung und sollten nicht vergessen werden. Haben Sie keine CD dafür, erkundigen Sie sich beim Hersteller, welche Chipsatz-Treiber Ihr Computer benötigt, damit Sie diese aus dem Internet herunterladen können.


c) Programme

Alle Programme, die nicht standardmäßig zu dem System gehören oder automatisch mitinstalliert werden, müssen neu aufgespielt werden. Das gilt auch für Programme, die sich nicht auf der formartierten System-Partition befinden – obwohl solche Programme sich noch auf der Festplatte befinden, kann das neuinstallierte System nicht mehr die notwendigen Verknüpfungen herstellen. Hier eine kleine Checkliste mit Programmen, die nach einer Neuinstallation nützlich sind:

Sicherheit

Systemoptimierung

Multimedia & Kommunikation

Sonstiges


Fazit:

Auch ungeübte Nutzer können ihr Betriebssystem problemlos neu installieren, wenn Sie sich an die Anleitungen halten und sie im besten Falle ausdrucken, da sie naturgemäß während der Installation nicht im Internet nachforschen können.

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Zurück zu Teil 2: Defragmentierung
Zurück zu Teil 3: Datenmüll
Zurück zu Teil 4: Festplatte partitionieren

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