Eiskratzer | © panthermedia.net /Magdalena Iordache

Standheizung auf dem Prüfstand: Praktischer Umweltschoner oder kostspieliger „Spritschlucker“?

Die Tage werden kürzer und die Temperaturen niedriger: Der Winter klopft an die Tür und bringt Schneeflocken, Weihnachtsplätzchen und Glühwein gleich mit. Doch die aufkommende Kälte sorgt spätestens dann für verzweifelte Gesichter, wenn das an der Straße stehende Auto über die Nacht zugefroren ist und mühselig freigekratzt werden muss. Beim Einsteigen ist zudem Eiseskälte im Wagen garantiert.

Viele Autobesitzer schwören auf Standheizungen, die das Eis am Auto von alleine schmelzen lassen und dafür sorgen, dass der Innenraum vor dem Losfahren vorgewärmt wird. Nebenbei sollen sie die Umwelt und den Motor schonen. Darf man das glauben oder werden dem Verbraucher hier lediglich leere Versprechungen aufgetischt? Wir klären auf.

Funktionsweise von Standheizungen

Standheizungen erfüllen mehrere Funktionen, sorgen aber im Allgemeinen dafür, den Wagen zu erwärmen, ohne dabei wie herkömmliche Fahrzeugheizungen auf die Wärmeabgabe des Motors angewiesen zu sein. Die Modelle werden grundsätzlich in zwei verschiedene Varianten aufgeteilt: Luft- und Wasserheizer. Während Luftheizer lediglich die Luft im Fahrzeuginneren erwärmen und daher hauptsächlich in Lkw-Kabinen verbaut werden, kommen im Pkw fast ausschließlich wasserbasierte Standheizungen zum Einsatz. Sie wärmen nicht nur den Innenraum des Fahrzeugs, sondern auch den Motor vor.

Standheizungen lassen sich durch den enormen technischen Fortschritt mittlerweile auf vielerlei Arten steuern. Man kann sie per Bedienelement im Auto, per Fernfunkbedienung oder ganz bequem per Zeitschaltuhr starten – letzteres ist besonders für Arbeitstätige hilfreich, die jeden Morgen zur gleichen Uhrzeit in ihren Pkw steigen. Neuere Modelle empfangen sogar über eine App Signale vom Smartphone oder lassen sich bereits im Voraus programmieren. Ganz egal, welche Methode man wählt: Sobald das Kühlwasser 30 Grad Celsius erreicht hat, schaltet sich das Heizgebläse automatisch ein und sorgt dafür, dass die Scheiben auftauen und die Temperatur auf eine wohlige Wärme ansteigt. Dieser Prozess dauert etwa 30 Minuten, weshalb die Standheizung eine halbe Stunde vor Fahrbeginn angestellt werden sollte.

Das bedeutet vor allem Komfort für den Fahrer, denn lästiges Eiskratzen in der morgendlichen Kälte bleibt einem erspart und man kann sich direkt in ein vorgeheiztes Auto setzen. Davon profitiert man zum Beispiel auch nach dem Sportprogramm im Fitnessstudio oder einem abendlichen Kinobesuch. Die Scheiben sind pünktlich zum Start abgetaut und beschlagen nicht – ein freier, klarer Blick auf die Straße wird garantiert und schafft somit mehr Sicherheit.

Kraftstoffverbrauch und Umweltschutz

Beim Tanken | © panthermedia.net /Andriy Popov

Beim Tanken | © panthermedia.net /Andriy Popov

Umweltschützer und Gegner dieses Komfort-Systems raten aufgrund des angeblich sehr hohen Spritverbrauchs von einer Anschaffung ab. Tatsächlich geben Hersteller von Standheizungen einen Kraftstoffverbrauch von ca. 0,6 bis 1,7 Liter pro Stunde an. Wärmt die Heizung also 30 Minuten auf, werden zwischen 0,3 bis 0,8 Liter Sprit aus dem Tank verbraucht. Doch dieser Mehrverbrauch ist einerseits minimal und wird andererseits zu Beginn der Fahrt im Regelfall sofort wieder ausgeglichen: Mit einem vorgewärmten Motor benötigt man für das Starten des Motors deutlich weniger Kraftstoff als bei einem Kaltstart. Indem die zudem äußerst verschleißfördernde Kaltstartphase umgangen wird, wird der Motor um einiges weniger belastet – das kommt dem Werterhalt des Fahrzeugs zugute.

Nicht nur Spritverbrauch und Fahrzeugverschleiß werden durch Standheizungen reduziert, sondern auch die Schadstoffemissionen. Beim Warmstart sinken die Abgase um rund 60%, da die Betriebstemperatur des Katalysators schneller erreicht ist. Vor allem der Ausstoß von Kohlenwasserstoffen und Kohlenmonoxiden wird erheblich gemindert. Das ist nicht nur gut für das eigene Gewissen, sondern schont ganz explizit unsere Umwelt.

Außerdem ist die Belastung der bei Kälte ohnehin weniger leistungsfähigen Batterie deutlich geringer, da das Anspringen des Motors leichter fällt. Jedoch vergessen viele, dass auch Standheizungen Strom aus der Batterie benötigen. Damit die positiven Effekte also spürbar sind, muss die Fahrzeit mindestens genauso lange dauern wie die vorhergegangene Heizzeit. Ansonsten hat die Batterie nicht genügend Zeit zum Nachladen. Aus diesem Grund sind Standheizungen für reine Kurzstreckenfahrer eher nicht zu empfehlen.

Nachträgliche Anschaffung von Standheizungen

Frau beim Eiskratzen | © panthermedia.net /Viktor Cap

Frau beim Eiskratzen | © panthermedia.net /Viktor Cap

Gerade für Langstreckenfahrer, die ihr Auto an der Straße parken müssen, ist eine Standheizung eine durchaus lohnende und zu erwägende Investition. Da das deutsche Klima in den letzten Jahren zudem extremer geworden und beispielsweise Schnee an Ostern nichts Besonderes mehr ist, profitiert man mehrere Monate im Jahr von den vielseitigen Vorteilen. Weil die Heizungen für den winterlichen Einsatz konzipiert wurden, macht ihnen die Kälte wenig aus und sie halten im Normalfall ein Autoleben lang – ohne großartig gewartet werden zu müssen.

Lange nicht jedes Fahrzeug weist eine integrierte Standheizung auf. Moderne wasserbasierte Heizungen sind allerdings kompakt gebaut und können nahezu bei jedem Wagenmodell nachträglich in den Motorraum oder unter dem Fahrzeug eingebaut werden; und Fachwerkstätten wie die bekannte Caroobi bieten dazu auch allerhand an.

Per Beratung und Festpreis über Caroobi geht der nachträgliche Einbau der Standheizung unkompliziert vonstatten und man kann sich entspannt zurücklehnen. Nach Abholung des Autos aus der Werkstatt heißt es dann: Nie wieder Eiskratzen! Die Kosten liegen im Mittelwert bei etwa 1300 Euro für Gerät und Anbringung. Zur Standardausführung gehört bei den meisten Herstellern eine Zeitschaltuhr; Fernbedienungen erhält man häufig gegen einen kleinen Aufpreis.

Da der Einbau circa sieben bis acht Stunden dauert und mit vielen aufwendigen Schritten verbunden ist, sollte er ausschließlich in einer Fachwerkstatt vorgenommen werden. Eigene Versuche per Internet-Anleitung sind aufgrund des Anschlusses an die Kraftstoffleitung alles andere als ungefährlich! Kfz-Profis verfügen im Gegensatz zu Laien über die nötige Expertise, um Standheizungen für jegliche Fahrzeugmarken und -modelle fachgerecht nachzurüsten. Indem man sich an ein Internet-Portal wie Caroobi wendet, spart man Zeit und braucht sich nicht mit der Suche nach einer kompetenten Werkstatt auseinanderzusetzen: Man erhält sachverständige Beratung und wird an eine geeignete Fachwerkstatt in der Nähe weitergeleitet. So gelangt man ganz bequem über den Online-Weg zu einem umfassenden Service.

Fazit: Standheizung auf dem Prüfstand

Eiskratzer | © panthermedia.net /Magdalena Iordache

Eiskratzer | © panthermedia.net /Magdalena Iordache

Insgesamt sind Standheizungen sehr empfehlenswert und komfortabel. Dass sie reine „Spritschlucker“ darstellen, ist definitiv ein Mythos. In Wirklichkeit sparen sie beim Starten des Motors einiges an Kraftstoff ein und sind durch die reduzierten Abgaswerte schonend zur Umwelt. Außerdem bewahren die Heizungen den Motor vor frühzeitigem Verschleiß, indem sie diesen vorwärmen und für einen Warmstart sorgen: Ein Kaltstart dagegen belastet den Motor ungefähr so stark wie eine 70 Kilometer weite Autobahnfahrt, was auf Dauer den Verschleiß antreibt.

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