Symbolbild Webbrowser © Bildagentur PantherMedia Karsten Ehlers

Safari

Es musste einem schon immer etwas mysteriös vorkommen, dass Apple Safari für Windows entwickelte. Manche Stimmen munkelten, dass Apple damit beabsichtigte Windows-Entwickler mit dem IPhone-Browser bekannt zu machen, damit diese die Entwicklung von Apps für iOS vorantreiben. Wäre dies der Fall, stellt sich jedoch die Frage, warum Safari dann nicht nur für besagte Entwickler zugängig gemacht wurde. Aber diese Spekulationen sind müßig, denn wie dem auch sei, liegt Safari bei Windows-Nutzern kaum mehr auf dem Radar. Während Safari für Mac unlängst zur Version sechs upgedatet wurde, so findet man auf Apples Website nicht mal mehr eine Erwähnung des Safari Browsers für Windows. Dadurch wurden natürlich sofort Gerüchte laut, die zum Inhalt hatten, dass Apple das Projekt Safari für Windows eingestellt habe dies bewies sich allerdings als Trugschluss, denn nach wie vor ist Safari für Windows noch downzuloaden.

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Safari?- was ist das?

Wie dem auch sei: Safari für Windows ist etwas ganz Besonderes, bietet Features, die sonst kein anderer Browser bietet und läuft sehr flüssig, wenngleich es den anderen gängigen Browsern in den Punkten Geschwindigkeit und Hardware Acceleration um etwas nachsteht. Wenn man nach rein optischen Gesichtspunkten geht, würde Safari bei einem Schönheitswettbewerb unter den Browsern sicherlich auf dem Siegertreppchen landen. Die Startseite zeigt einem 3D-Kacheln der meistbesuchten Seiten an und auch die Cover Flow History ist nicht zu verachten. Zudem trumpft es mit dem typischen Charme Apples auf, der er meisterlich versteht trotz seiner Simplizität eine gewisse Eleganz zu besitzen.

Aber das Aussehen ist nicht alles
Die Schnelligkeit ist nicht zu unterschätzen und auch der Support und die Community sind gut vernetzt. Nichtsdestotrotz ist es möglich, dass man hin und wieder auf Webseiten stößt, die Safari nicht so gut wiedergeben kann, wie seine Mitkonkurrenten Firefox, Internet Explorer, Google Chrome o.ä. Ein einzigartiges Merkmal Safaris ist die sog. „Reading List“. Geöffnet wird selbige durch klicken auf das Brillen-Icon oben links. Besagte Reading List ermöglicht es dem Nutzer, Seiten, die persönlich interessant gefunden werden, für die man aber momentan keine Zeit hat, in listenform zu speichern, um sie später, wenn es der Terminkalender zulässt, in Ruhe besuchen zu können. Ist man ganz ehrlich mit sich selbst, ist die Reading List nicht viel mehr als eine schickere Ausführung von Firefoxes Lesezeichen-System, aber dennoch spürt man auch hier die Mühe, die im Design steckt und zudem ist sie sehr übersichtlich. Darüber hinaus ist es etwas seltsam, dass wenn man nun Zeit gefunden hat, die auf später verschobene Seite zu besuchen, sie vollends aus der Reading List verschwindet und man sie nachträglich nicht noch einmal adden kann – damit muss man als Safari-Nutzer wohl einfach leben.

Safari Reader – ein einzigartiges Feature

Ein mehr oder weniger exklusives Feature von Safari ist sein „Reader“ Modus. Ist nämlicher aktiv werden alle nicht-essentiellen Bestandteile der besuchten Website, dies beinhaltet neben Werbung auch Bilder und Videos, blockiert. Dies ermöglicht es einem, sich komplett auf den vorliegenden Text zu konzentrieren. Besonders geeignet daher ist der Safari Reader für Personen, die beim Lesen gerne ungestört sind, das beinhaltet beispielsweise auch nervige Pop-Ups, die den Lesefluss empfindlich stören können. Mehr oder weniger erspart man sich mit dem Safari Reader einen Ad-Blocker. Außerdem werden auf verschiedene Seiten ausgedehnte Artikel zu einem kompakteren Artikel zusammengezogen. Das spart im Zweifel viel auf und ab scrollen. Aktiviert wird der Reader ganz einfach, indem man das zugehörige Icon in der Adressleiste anklickt.

Befindet man sich nun auf einer ebenso text wie bilderreichen Seite, muss man sich den Reader-Modus ungefähr so vorstellen: Kurz nach der Aktivierung sieht die Website in etwa so aus wie ein leeres Word-Dokument, aber bald schon erscheint der Text im Zeichensatz „Serif“ (dies scheint der Standard zu sein und es ist derzeit keine Möglichkeit bekannt, einen anderen Zeichensatz auszuwählen). Hin und wieder scheint der Reader mit Problemen die Formatierung betreffend zu kämpfen, auch schafft er es manchmal nicht, mehrseitige Artikel lückenlos zu einem kontinuierlich fortlaufenden Text zusammenzufassen. Nichtsdestoweniger wird der Großteil des Textes anständig zusammengezogen und auch Statistiken, Graphiken und für den Text relevante Bilder werden in 99% der Fälle korrekt angezeigt. Ein weiteres nützliches Feature des Safari Readers ist der am Ende der Seite erscheinende Werkzeugkasten, der es einem erlaubt, den Zoom anzupassen, den bereinigten Text als Mail zu versenden oder auszudrucken. (Der persönlich vorgezogene Zoom-Größe kann als Standard eingestellt werden). Zwar ist der Reader von Safari zurzeit noch ein Unikum, aber andere Browser wie beispielsweise Opera arbeiten an ähnlichen Features, die Safari schon bald den Rang ablaufen könnten.

Suchoptionen und Erweiterungen

Apple nahm „Bing“ mit dem Update 5.0 für Safari in die Liste potentieller Suchmaschinen auf das war ein Schritt in die richtige Richtung, wenn man bedenkt, dass Safari auf dem Mac ausschließlich eine Suchmaschine anbot, nämlich Google. Für Windows-Nutzer gab es ganze zwei Auswahlmöglichkeiten: Google und Yahoo. Das ist sicherlich als eine allgemeine Verbesserung anzusehen, nichtsdestotrotz bieten beispielsweise Firefox oder der Internet Explorer immer noch weit mehr Auswahlmöglichkeiten und darüber hinaus auch noch Spezialsuchen, wie zum Beispiel Direktsuchen auf Wikipedia oder ähnliches.

Apple kündigte an, dass Safari 5 Erweiterungen anbieten würde, die eine höhere Personalisierbarkeit zuließen. Apple hielt zu seinem Wort und man kann eine recht übersichtlich angelegte Galerie mit den zur Verfügung stehenden Erweiterungen für Safari auf der Mainsite finden. Diese Erweiterungen erlauben es dem Nutzer beispielsweise Werkzeugkästen, extra Menüpunkte und einiges mehr hinzuzufügen. Im Vergleich zu Google Chromes Erweiterungen, bietet Safari hier wesentlich mehr. Apple war sogar so frei und hat einen „Extension Builder“ hinzugefügt, der es Entwicklern erlaubt, ihre eigenen Erweiterungen zu erstellen und einzubringen.

Die Installation einer Erweiterung in Safari ist so ziemlich das einfachste, was man sich vorstellen kann: Man finde die Erweiterung, die einem zusagt, klickt sie an und schon ist sie installiert. Das war schon der ganze Zauber. Die beliebtesten Erweiterungen sind der Ad-Blocker und „Facebook Cleaning“ (funktioniert ähnlich wie der Safari Reader“), aber die Liste geht noch sehr viel länger und reicht von Shortcuts zu Twitter, über MLB Toolbars, Wetter, Sportergebnisse bis hin zu Screenshotfunktionen.

Statistik: Marktanteile der meistgenutzten Browserversionen weltweit im März 2017 | Statista
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Geschwindigkeit im Vergleich

Für eine sehr kurze Zeit führte Safari den Geschwindigkeitsrekord unter den Browsern … allerdings verflog dieser Ruhm schnell. Denn wie bereits oben genannt, blieben in letzter Zeit Updates rar und somit wurde Safari schlicht von anderen Browsern eingeholt und auch überholt. Einer unabhängigen britischen Studie zufolge, belegte Safari 2016 in Sachen Schnelligkeit leider die letzten Plätze.

Startup-Zeit

Wie lange muss man warten, bis man mit einem Browser machen kann, was man eben mit einem Browser machen will: Sich im Internet bewegen? Dies stellt eine Schlüsselfrage in der allgemeinen Leistung eines jeden Browsers dar und ist deshalb im Vergleich verschiedener Browser von höchster Bedeutung. Die bereits oben erwähnte britische Studie setzte sich auch mit dieser Fragestellung auseinander und erneut schaffte es Safari lediglich auf den letzten Platz. Das spricht leider nicht für Safari, sollte den potentiellen Nutzer aber nicht allzu sehr abschrecken, denn es geht bei solchen Tests schließlich um Sekunden und Millisekunden, nicht etwa um Minuten. Zwar könnte man argumentieren, dass sich das natürlich mit der Zeit läppert, aber wenn man es differenziert betrachtet wird man schnell merken, dass man mit Safari Zeit spart, wo man mit anderen Browsern Zeit verliert und andersrum. Alles relativ.

Sicherheit und Privatsphäre

Auf Mac OS hat Safari Chromes vielgelobte Strategie zur Abwehr von Viren und Malware übernommen. Deren Stärke besteht zu einem Hauptteil darin, den Browser-Code in sog. „Sandboxes“ zu „verpacken“, wodurch besuchte Webseiten lediglich Zugriff auf den Browser haben, aber nicht auf die restlichen Dateien des Nutzers. Das stellt ein äußerst effektives Werkzeug gegen Phishing und Data-Mining dar. Darüber hinaus bietet Apple auch Produkte an, die dem Nutzer dabei helfen sollen zu verhindern, dass er von Drittparteien „getrackt“ wird. Dieses Anti-Tracking-System funktioniert gut, aber lange nicht so gut wie das einiger Konkurrenten. Cookies u.ä. lassen sich damit dennoch blockieren. Auch muss man erwähnen, dass die magische Aura Apples, von der es heißt, dass man auf einem Mac niemals einen Virus bekommen könne, leider nicht automatisch auch auf Windows übertragen wird, nur weil man Safari benutzt. Safari ist schön und gut, macht den PC aber nicht unverwundbar. Deswegen ist es immer empfehlenswert, trotz der Sicherheitsfeatures des Browsers der Wahl auch eine gute Anti-Viren-Software zu finden, um optimal geschützt zu sein.

Ist Safari etwas für mich?

Wer einen Hauch von Apple auf seinem Windows-Pc sucht, der wird viel Freude an Safari haben. Es gilt allerdings zu bedenken, dass das Hauptaugenmerk Apples nicht auf Windows, sondern natürlich auf Mac OS x liegt. Das bedeutet, dass Safari-Nutzer mit einem Windows-Gerät den Nutzern mit einem Mac stets um ein oder zwei Updates hinterherhinken. Es gibt sehr viel Positives über Safari zu sagen: Das Design ist makellos, übersichtlich und einfach schick. Der Safari Reader ist ein (noch) einmaliges Feature, das vielen Leuten das Leben einfach machen wird und die Sicherheit, die Safari bietet steht der von anderen Browsern um nichts nach. Kurzum: Warum nicht einfach mal Safari eine Chance geben?

Hier noch einmal eine kurze Gesamtübersicht:

Pro:

– Safari Reader
– Schönes Design und Aussehen
– Übersichtlich
– Viele Erweiterungsmöglichkeiten
– Guter Support

Contra:

– Teilweise etwas langsam
– Windows- und Mac-Versionen werden nicht gleichzeitig upgedatet

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