Symbolbild OpenOffice.org pixabay.com

OpenOffice

Jeder Computer braucht Applikationen um funktionieren zu können. Da die Entwickler der Programme und Applikationen, die uns das Leben erleichtern, meist nicht aus reiner Herzensgüte arbeiten, sondern Geld für ihr Produkt wollen, muss man nämliches investieren, um gut und effizient mit dem PC arbeiten zu können. Ausnahmen zu dieser Regel bildet sog. „Open-Source“ Software, wie auch das kostenlose OpenOffice eine ist. Im Falle von OpenOffice ist die Software vom Aussehen her mit Microsoft Office 2003 vergleichbar und beinhaltet einen Schreibdienst, eine Kalkulationstabelle und Möglichkeiten zum Erstellen einer Präsentation.

Symbolbild OpenOffice.org pixabay.com

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Glücklicherweise sieht OpenOffice Microsoft Office nicht nur täuschend ähnlich, es funktioniert auch beinahe genau gleich, sodass es kein Problem darstellt Dateien jedweder Art zwischen den beiden hin und her zu schieben. Allerdings ist zu bemerken, dass OpenOffice (noch) keine Optionen zu Cloudverbindungen bietet. OpenOffice läuft auf allen gängigen Systemen, sprich: Windows, Mac und Linux. Ebenfalls erwähnenswert sollte sein, dass OpenOffice gegenüber Windows Office regelmäßig Ausschreibungen als Standardprogramm für beispielsweise Schulen, Behörden u.ä. gewinnt. Das spricht für Qualität. Nichtsdestotrotz ist OpenOffice nicht so ambivalent und schlicht gut wie Windows Office, es reicht aber vollkommen für den normalen Nutzer aus, der nicht etwa beruflich komplizierte Textdokumente erstellen und mit anderen Office-Nutzern teilen muss.

Funktionen und Kompatibilität

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei den primären Programmen, die OpenOffice einem anbietet um Schreibdienste, Kalkulationstabellen und ein Programm zur Erstellung von Power Point Präsentationen. Neuere Versionen von OpenOffice warten sogar mit zusätzlichen Funktionen, wie etwa Draw (Zeichenprogramm), Math (Rechenprogr.) und Base, auf. Dokumente in OpenOffice und in LibreOffice, einem Schwesterprogramm, werden im „OpenDocument Format“ (ODF) geschrieben und gelesen. Zwar kann Microsoft auch ODF Dateien anzeigen, aber nicht annähernd so gut wie OpenOffice etwa klassische Windows-Formate, wie docx, pptx und xlsx, anzeigen kann. Ebenso kann OpenOffice ältere Windows Office Formate anzeigen, wie beispielsweise rtf und txt. Damit ist OpenOffice hochgradig kompatibel zu allen im Windows Office erstellen Dateien.

Interface

Klickt man auf die Desktopverknüpfung von OpenOffice oder auf den Launch-Button im Speicherort, öffnet sich das Haupt-Interface mit mehreren Kacheln, die für die jeweilige Funktion stehen. Die individuellen Funktionen von OpenOffice können einzeln mit dem Desktop verknüpft werden oder einzeln an die Taskbar angeheftet werden. Das kann für frequente Nutzer des Programms sehr zeitersparend sein.

Das Design der Kacheln entspricht etwa dem des jeweiligen Gegenstücks in Windows Office. Auch der obere Teil von geöffneten Dokumenten orientiert sich am klassischen Office mit seiner Sortierung von „Datei, Bearbeiten, Ansicht, Einfügen, Format / Tabelle … (usw.)“. Das sollte Freunde des klassischen Windows Designs freuen.

Zusammenarbeit mit anderen Office-Diensten

Microsoft Office 2003 beinhaltete keine Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit anderen Office-Diensten und OpenOffice ist diesem Trend leider gefolgt. Das bedeutet, dass OpenOffice gegenüber ähnlichen Programmen einen Nachteil entwickelt hat. Beispielsweise das Schwesterprogramm LibreOffice bietet einen einfachen Weg, an in Clouds oder in Google Drive gespeicherte Dateien heranzukommen und diese zu nutzen. Das erleichtert die Arbeit immens, insofern ein schneller und beinahe zeitgleicher Austausch von Dokumenten erforderlich ist.

Der OpenOffice Schreibdienst (Writer)

OpenOffice Writer präsentiert, wenn geöffnet, die klassische leere weiße Seite und eine obenliegende Menüleiste, ebenso wie die Vergleichsprogramme LibreOffice und Windows Office. Auf der rechten Seite des Bildschirms findet man verschiedene Design- und Stilwerkzeuge. Gefallen einem die vielen Icons nicht, ist es einem jederzeit möglich, die Menge zu reduzieren. Die Abstände und Größen des zu beschreibenden „Papiers“ sind auf die gängigen Werte des jeweiligen Landes eingestellt. Aber auch diese können jederzeit durch einige wenige Klicks problemlos geändert werden.

Ebenfalls zu erwähnen, ist das recht praktische Autocomplete-Feature, das Windows Office bspw. nicht hat. Dieses Feature merkt sich häufig verwendete Worte und schreibt sie während des Tippens automatisch aus. Das kann ggf. sehr viel Zeit sparen. (Beispiel: Man will OpenOffice schreiben und beginnt „Ope“ zu tippen das Programm registriert dieses Wort als bekannt und unterlegt es blau während es wiederum automatisch ausschreibt, klickt man nun Enter oder Leertaste, wird das Wort automatisch fertiggestellt). Das Autocomplete-Wörterbuch lernt ständig dazu und bald schon erspart man sich, insofern man ein Vielschreiber ist, eine Menge Tipperei.

Die Stile, Oberthemen und die Clipartgallerie sowie die Navigationshilfe sind beinahe identisch mit LibreOffice. Sollte man also eine gute Kontrollierbarkeit über Aussehen und Gefühl der erstellten Dokumente wünschen, so wird man kein Problem haben, das passende Werkzeug rasch zu finden. Eine Schwachstelle OpenOffices gegenüber LibreOffice und Windows Office zeigt sich jedoch bei der Integration von Bildern in geschriebenen Text. Hierbei ist OpenOffice relativ unflexibel und kompliziert zu nutzen. Die gängigen für den akademischen Bereich wichtigen Funktionen, wie das Integrieren von Fußnoten, Glossen, Querverweisen, Kopfnoten usw., sind alle vorhanden – es heißt jedoch hier Vorsicht!– nicht alle Office-Dienste können die o.g. Funktionen passend wiedergeben. Dies kann bei der Übertragung von Dokumenten Schwierigkeiten bereiten. Welches Programm jedoch mit welchem interagiert oder nicht, gilt es persönlich herauszufinden. Alles in allem bekommt man mit OpenOffice für buchstäblich kein Geld ein solides Schreibprogramm geboten.

Die OpenOffice Kalkulationstabelle (Calc)

Gleich zu Anfang sei gesagt, dass OpenOffices Calc-System gute Arbeit dahingehend leistet Microsoft Excel Files einzulesen und zu schreiben. Zwar kann man nicht von zwei Geräten gleichzeitig an einer Excel-Tabelle arbeiten, wie etwa mit Windows Office, aber es ist möglich sich eine Excel-Datei hin und her zu schicken und somit mehr oder weniger gleichzeitig zu bearbeiten, ohne das es zu Korruption von Daten kommt.

Unabhängig durchgeführte Test zu dem Thema haben ebenfalls bestätigt, dass OpenOffice Calc die überwiegende Mehrheit der gängigen Kalkulationstabellen problemlos öffnen, wiedergeben und verarbeiten kann, ohne dass der Inhalt selbiger dadurch zu Schaden kommt. Dies ist insbesondere für Büroangestellte mit Kontakt zu verschiedenen Firmen wichtig, die keine einheitlichen Kalkulationstabellen nutzen.

Video

OpenOffice Präsentationen (Impress)

Wo immer es ein Meeting gibt oder ein Referat gehalten werden muss, da ist auch PowerPoint nicht weit. Oder in diesem Falle: OpenOffice Impress. Diese Software zum Erstellen von Präsentationen ähnelt vergleichbaren Softwares sehr stark. Linker Hand findet man beispielsweise eine Übersicht über bereits erstelle oder noch freie Folien, auch die allgemeinen Menüoptionen ähneln denen anderer Programme stark. Rechter Hand findet man zudem eine Sidebar mit weiteren Funktionen zur Folienerstellen, wie dem Writer, einer Navigationshilfe, einer Galerie zu verwendender Bilder und Graphiken, Icons zur Änderung des Stils oder der Formatierung, Animationen usw.

Auch hier kann es leider wieder zu gewissen Reibungen beim Import aus anderen Präsentationsprogrammen kommen. Zwar sind die Übertragungsfehler eher gering, stören aber dennoch. Beispielsweise eine Präsentation mit 20 Folien, die in PowerPoint erstellt wurde, wies in LibreOffice Setzfehler auf zwei Folien und in OpenOffice Setzfehler auf drei Folien auf. Das Hört sich nicht nach allzu viel an, kann aber trotzdem sehr ärgerlich sein. Darum sollte man vor jeder Präsentation prüfen, ob die Trägersoftwares kompatibel sind. Beherzigt man diese Ratschläge jedoch, wird man kaum auf Probleme stoßen.

Kurzüberblick über OpenOffice Draw

Zwar sind in OpenOffice Impress bereits viele Möglichkeiten Zeichnungen zu erstellen integriert, aber Draw bietet darüber hinaus mehr Tiefe und Effekte. So sind mit Draw beispielsweise 3D Effekte erzeugbar, und auch die Erstellung des Layouts ist besser zu kontrollieren. Zudem wartet Draw mit hunderten Hintergründen, Symbolen, Clip Art und geometrischen Figuren und Formen auf.

Die mit Draw erstellen Graphiken lassen sich spielen auf Impress übertragen und sind somit eine große Hilfe zum Implementieren sonst sehr aufwändig zu erzeugender Zeichnung u.ä. Auch Graphen und Tabellen aller Arten sind mit Draw leicht zu erstellen. Wer also individuelle Statistiken visualisieren will, der wird mit OpenOffice Draw keinerlei Probleme haben, die zu bewerkstelligen. Nichtsdestotrotz sei der Fairness halber gesagt, dass Draw nur ein Nebenprogramm ist und man auf dem Markt bessere und ebenfalls kostenlose Zeichenprogramme findet. Wer aber kein gesondertes Zeichenprogramm sucht, sondern ein in ein größeres Netzwerk implementiertes, der ist mit OpenOffice Draw perfekt beraten.

Direkter Vergleich von OpenOffice zu anderen Office-Programmen

Ist OpenOffice genau dasselbe wie Windows Office? – Nein … aber es ist kostenlos, zu 95% kompatibel damit und hat eine benutzerfreundlichere Oberfläche. Wer die Cloud nicht braucht, kann jederzeit von Windows Office zu OpenOffice wechseln und wird keinerlei Unterschied bemerken. Die Unterschiede sind so gering, dass man kaum verstehen kann, wieso Personen Geld für etwas ausgeben, das sie umsonst haben können. Auch das Schwesterprogramm von LibreOffice ist in großen Teilen mit OpenOffice identisch, weißt allerdings hier und da ein paar Extrafeatures auf, die praktisch sein können, aber ggf. auch die Benutzerfreundlichkeit stören, da sie das Programm unübersichtlich machen können.

Alles in Allem über OpenOffice
Viele Nutzer ignorieren schlicht Open-Source Office-Programme zugunsten von Windows Office, es sei denn, dass Geld oder persönliche Präferenzen eine Rolle bei der Auswahl spielen. Würde man unabhängig vom Ruf des Produktes forschen, gäbe es sicherlich sehr viel mehr Nutzer von OpenOffice. Es kostet nichts und bietet beinahe dieselbe Bandbreite und Palette an Möglichkeiten wie das doch oft sehr teure Windows Office. Sicherlich gibt es auch Einbußen und OpenOffice kann beileibe nicht alles, was Windows Office kann, aber für Personen, die das Schreibprogramm nur semi-professionel nutzen möchten, ist es perfekt und vollkommen ausreichend. Noch einmal alles in Kürze zusammengefasst:

Pro & Contra

Pro:

– Vollkommen kostenlos
– Sehr übersichtlich
– Keine unnötigen Features
– Kompatible mit den meisten anderen gängigen Formaten
– Wird oft upgedatet

Contra:

– Kein Cloud-Support
– Steht dem Schwesterprogramm LibreOffice gegenüber in letzter Zeit etwas zurück

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