Mit Firefox anonym surfen

Das Internet birgt viele Gefahren. Vor allem Datenschützer warnen davor, keine persönlichen Informationen im Internet anzugeben, da diese häufig gespeichert und beispielsweise für Werbezwecke missbraucht werden. Jüngste Ereignisse zeigen, dass nicht nur Hacker Informationen über unser Verhalten im Internet speichern, sondern auch staatliche Einrichtungen. Wenngleich Sie den Rat befolgen und keine Daten angeben, sind Sie im Internet keineswegs anonym unterwegs. Jeder Internet-User hat eine IP-Adresse und damit hinterlässt er auf sämtlichen Webseiten Spuren, die gerne zu Werbezwecken weitergegeben werden. Immerhin ist das Geschäft mit privaten Nutzerdaten lukrativ. Die folgenden Browsereinstellungen und Tools sollen Ihnen helfen, Firefox so zu nutzen, dass Sie anonym surfen können.

Ist das nicht illegal? Nein! Schließlich gibt es kein Gesetz, welches den identifizierbaren Umgang im Internet vorschreibt.

Proxy-Server

Die Standardeinstellungen von Firefox sind nicht unbedingt für anonymes Surfen geeignet. Um die eigene IP-Adresse auf Webseiten unkenntlich zu machen, benötigen Sie ein separates Proxy-Tool, das gleichzeitig den Datenverkehr verschlüsselt. Doch Vorsicht: Proxy-Server gewährleisten nicht immer die gleiche Anonymität.

  • Es gibt transparente Proxy-Server, welche die reale IP-Adresse des Nutzers an die aufgerufene Webseite weiterleiten. Dies geschieht durch leicht auszulesende Variablen.
  • Sogenannte anonyme Proxy-Server verschleiern die reale IP-Adresse des Nutzers.Jedoch erkennt die Webseite über bestimmte Variablen, dass ein Proxy-Server verwendet wird und kann dadurch bestimmte Funktionen sperren.
  • Wirklich anonym ist der sogenannte Elite-Proxy-Server. Hier wird weder die IP-Adresse gesendet noch irgendwelche Anzeichen, die auf eine Proxy-Nutzung hinweisen.

Wie gut Ihr verwendeter Proxy-Server wirklich ist, können sie hier testen.

Die Oberfläche des Elite-Proxy-Tools UltraSurf

Die Oberfläche des Elite-Proxy-Tools UltraSurf

Ein geeignetes Elite-Proxy-Tool ist „UltraSurf“. Dieses Tool ist einfach in der Bedienung, aber groß in der Wirkung. Es schaltet sich in die laufende Kommunikation ein und unterdrückt die IP-Adresse des Nutzers. Einmal ausgewählt, surfen Sie unter der IP-Adresse des Tools. Das Ganze läuft über einen sogenannten Proxy-Server, über den Sie beim Surfen die Daten abrufen. Dieser Server leitet die Daten dann an Sie weiter, er kennt also auch Ihre reale IP-Adresse.
Ein gewisses Vertrauen muss man daher schon zu einem solchen Tool haben. Da man nicht immer sicher sein kann, wer hinter dem Proxyserver steht und wie vertrauensvoll mit den persönlichen Daten umgegangen wird, ist es nicht ratsam, Onlinebanking über diese Verbindungen zu nutzen.

Für Firefox gibt es weitere Add-ons, etwa „Stealthy“ oder „ProxMate“, die ebenfalls mit Proxy-Servern arbeiten. Mit diesen unabhängigen IP-Adressen ist es möglich, YouTube-Videos mit in Deutschland gesperrten Inhalten zu schauen oder Webdienste aus dem Ausland zu nutzen. Der Nachteil: Manche Plug-Ins können die Proxy-Server umgehen, so z. B. Java und Flash.
Viele Proxy-Server bremsen das Speedlimit, so auch die kostenlose Version des Add-ons „AnonymoX“. Hier wird der Speed auf 600 kbit/s und das Datenvolumen auf 500 Mbyte am Tag beschränkt. Schön ist, dass man beispielsweise zwischen einer US-amerikanischen und einer deutschen IP-Adresse wählen und diese für bestimmte Seiten festlegen kann.

VPN-Tools

Hotspot Shield: Das kostenlose VPN-Tool

Hotspot Shield: Das kostenlose VPN-Tool

Eine weitere Möglichkeit, seine IP-Adresse zu verschleiern, bieten VPN- Tools. Plug-Ins können diese Verbindung nicht umgehen. Damit sind Sie auch geschützt, wenn Sie sich über einen Hotspot einwählen. Schließlich kann man an freien Hotspots schnell einem Hackerangriff zum Opfer fallen. Der Nachteil: Legt man Wert auf Schnelligkeit und Werbefreiheit, wird man zur Kasse gebeten. Hier können Sie beispielsweise „Hotspot Shield“ nutzen. Die kostenlose Version enthält jedoch Werbung und vergibt standardgemäß eine amerikanische IP-Adresse.

Proxy-Kaskaden

Das Tor-Browser-Paket bieten gute Grundlagen für anonymes Surfen

Das Tor-Browser-Paket bieten gute Grundlagen für anonymes Surfen

Tor ermöglicht es die Proxy-Server-Verbindung nachzuvollziehen

Tor ermöglicht es die Proxy-Server-Verbindung nachzuvollziehen

Mit den bisherigen Anonymisierungsformen haben Sie zwar die Möglichkeit, unter einer fremden IP-Adresse zu surfen – jedoch sind Sie bei VPN und einfachen Proxy-Servern noch relativ leicht zurückzuverfolgen. Bei diesen Verbindungen steht lediglich ein Server zwischen Ihnen und der aufgesuchten Webseite. Weitaus sicherer ist das Surfen mit sogenannten Proxy-Kaskaden. Das Prinzip ist einfach: Es besteht aus einer Reihe hintereinander geschalteter Proxy-Servern überall auf der Welt. Dabei werden die Daten an jedem Server neu verschlüsselt und sind somit kaum zurückzuverfolgen. Für die Anwendung dieser Anonymisierungsart bietet sich vor allem das „Tor-Browser-Paket“ an. Damit kann man die Proxy-Server sogar nachvollziehen. Hier wird Firefox passend mitgeliefert. Das fertige Paket muss nicht erst installiert werden und kann auf jedem gewünschten Rechner sofort verwendet werden. Leider drosselt das Paket die Surfgeschwindigkeit enorm, sodass die Firefox-Erweiterung „Torbutten“ eine Alternative ist. Damit lässt sich Tor in Firefox integrieren und per Mausklick am unteren Explorer-Rand einschalten und deaktivieren.
Eine Alternative zu Tor ist der „JonDoFox“, ein auf Firefox basierter Browser. Er erfüllt zwar den gewünschten Zweck, ist aber in der kostenlosen Version auf 50 kBit/s beschränkt, was den meisten Nutzern wohl zu langsam sein dürfte. Erst ein kostenpflichtiger Zugang schafft Abhilfe, das Datenvolumen bleibt hier jedoch weiterhin beschränkt.

Cookies

Die IP-Adresse ist nicht das einzige Sicherheitsrisiko, auf das Sie während der Nutzung Ihres Browsers achten sollten. So speichert Firefox, wie auch andere Browser, ungefragt Informationen von Webseiten auf Ihrem Computer. Die sogenannten Cookies dienen dem Browser im Idealfall zum schnelleren Zugriff, wenn eine Seite erneut aufgerufen wird. Doch immer häufiger werden diese “Kekse“ dazu missbraucht, das Verhalten der Internetnutzer auszuspionieren. Dazu speichert der Browser den „Verlauf“ der Internetnutzung. Das sollten Sie besonders beachten, wenn es mehrere Benutzer für einen Rechner gibt oder Sie einen öffentlichen Computer verwenden.
Unter Firefox können Sie die Cookies selbst löschen, was von Zeit zu Zeit durchaus nötig ist, beispielsweise, wenn Webseiten fehlerhaft angezeigt werden. So wird’s gemacht:

    1. Firefox Menü oben links auswählen

    2. Unter dem Menüpunkt „Chronik“ den Punkt „Neueste Chronik löschen…“ auswählen

    3. Die gewünschte Zeitspanne auswählen (Die Option “Alles“ löscht die gesamten Cookies)

    4. „Jetzt löschen“ bestätigt den Löschvorgang

Firefox ermöglicht das automatische Löschen von Cookies

Firefox ermöglicht das automatische Löschen von Cookies

Wenn Sie wollen, dass Ihre Cookies lieber regelmäßig und automatisch gelöscht werden, können Sie das ebenfalls veranlassen. Dazu wählt man im Firefox-Menü die Option „Eigenschaften“ und dann den Punkt „Datenschutz“ aus. Unter dem Punkt „Chronik“ ändern Sie die Auswahl in „nach benutzerdefinierten Einstellungen anlegen“. Schließlich setzen Sie noch einen Haken vor den Menüpunkt „Die Chronik löschen, wenn Firefox geschlossen wird“.
Auch das Proxy-Tool „UltraSurf“ beispielsweise löscht die Cookies auf Wunsch. Diese Option finden Sie in den Einstellungen des Tools.
Dazu gibt es bei Firefox einige nützliche Add-ons für den Umgang mit Cookies. So wird „Cookie Cutter“ direkt in den Browser integriert und die Cookies lassen sich dann durch einfaches Auswählen am unteren Browserrand löschen. „Better Privacy“ ermöglicht dagegen das Löschen von besonders hartnäckigen Cookies. Wer erst gar keine Cookies zulässt, ist auf der sicheren Seite. Mit Hilfe von „NoScript“ kann man bei vielen Seiten verhindern, dass Cookies abgelegt werden.

Firefox Privatmodus

So öffnen Sie den Privatmodus bei Firefox

So öffnen Sie den Privatmodus bei Firefox

Anonymität beginnt nicht erst im Internet, sondern am eigenen Rechner. Damit der Browser so wenige Daten wie möglich speichert, sollten Sie im „Privatmodus“ surfen. Um diesen Modus zu aktivieren, gehen Sie wie folgt vor:

    1. Öffnen Sie im Browserfenster links oben das Firefox-Menü

    2. Wählen Sie die Option „Neues privates Fenster“ aus


Schon öffnet sich ein neues Browserfenster. Surfen Sie in diesem Modus, werden keine Cookies und Verlaufs-Daten mehr gespeichert. Lesezeichen können weiterhin gesetzt werden. Auch Bilder oder Videos, die Sie heruntergeladen haben, werden auf der Festplatte gespeichert. Eine weitere Option, diesen Modus zu öffnen, bietet die Tastenkombination „Strg-Umschalt-P“ bei geöffnetem Browser. Schließen Sie den Browser, ist der Privatmodus beendet.
Allerdings gibt es auch Lücken: Installierte Firefox-Add-ons können im Privatmodus teilweise ungehindert Daten speichern. Deshalb sollten Sie nicht länger benötigte Add-ons löschen. Auch Windows ist es weiterhin möglich, Spuren der Internetnutzung zu sichern, beispielsweise über die Auslagerungsdatei. Dazu bleiben Spuren im Cache der Festplatte und im Arbeitsspeicher zurück. Auf letzteren greift Firefox auch im Privatmodus zu. Vollkommen anonym ist der Privatmodus also nicht, hilft aber die Datenspeicherung zu reduzieren und bietet damit einen gewissen Schutz vor Spionageangriffen über Cookies.
Ein weiterer Kritikpunkt an Firefox ist, dass der Browser ungefragt Daten an Mozilla übermittelt. Diese Trackingfunktion kann man problemlos unter „Einstellungen“ –> „Extras“ und dann unter dem Punkt „Datenübermittlung“ deaktivieren.

Fazit

Mit einigen Handgriffen lässt sich der Browser Firefox zu einem sicheren Browser machen, mit dem man größtenteils anonym surfen kann. Den Browser bietet Mozilla kostenlos zum download an.

Frank Pryschelski

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