Anonym suchen im Netz mit DuckDuckGo

 

Suchmaschinen gehören zu den am meisten genutzten Websites überhaupt: Sie führen den Nutzer zu Lexikonartikeln, Online-Shops und Nachrichten-Portalen. Genauso liefern sie jedoch auch vertrauliche Daten zu sehr persönlichen Anfragen. In der Tat vertrauen viele Menschen diesen Diensten intimere Informationen an, als ihren Bekannten, Freunden und Verwandten. Nicht nur vor diesem Hintergrund ist es beunruhigend, dass herkömmliche Suchmaschinen die Aktivitäten ihrer Nutzer genauestens protokollieren. Auch aus rein praktischer Sicht können sich daraus Nachteile ergeben – etwa wenn die Ergebnisse basierend auf dem persönlichen Such-Verhalten modifiziert und gefiltert werden. Der Anbieter DuckDuckGo verspricht mit seinem Portal, solche negativen Nebenfunktionen vollständig auszuschließen und stattdessen nur das zu tun, wozu eine Suchmaschine am Ende da ist – relevante Resultate zu den Suchanfragen zu liefern. Wir haben uns die Seite für Sie einmal näher angeschaut.

Privatsphäre: Wertvoll

„DuckDuckGo – Die Suchmaschine, die Sie nicht verfolgt“ – so der deutsche Werbeslogan des US-amerikanischen Portals. Um dieses Versprechen zu halten, verzichten die Entwickler auf Hintergrund-Prozesse, die bei vielen Mitbewerbern üblich sind: So erfasst DuckDuckGo beispielsweise weder IP-Adressen noch Daten zu Anfragen oder Suchverläufen. Cookies werden nur angelegt, wenn man dies zuvor explizit in den Einstellungen genehmigt und selbst dann beinhalten sie lediglich Informationen, die ausschließlich die Software betreffen – personenbezogene Daten werden dabei nicht erstellt. Zwar haben die Entwickler Einsicht in die Vorgänge, die auf der Seite ablaufen, doch bleibt die Identität der Nutzer gewahrt: Zum einen lassen sich keine Rückschlüsse auf das Suchverhalten einzelner Personen ziehen und zum anderen werden die ermittelten Informationen nur dazu verwendet, um den Service in technischer Hinsicht zu verbessern – zum Beispiel, um die Auto-Vervollständigung in verschiedenen Sprachen zu ermöglichen und Rechtschreibfehler auszugleichen.

Optik & Handhabung

DuckDuckGo geht somit einen alternativen Weg, der den Nutzern ohne Vorbehalte ihr Recht auf Privatsphäre einräumt. Gehen diese Zugeständnisse womöglich zulasten der Handhabung? Nein. Im Mittelpunkt der Startseite finden sich lediglich das Logo und das Eingabefeld – die wenigen zusätzlichen Schaltflächen wurden diskret an die äußeren Ränder verlegt. Somit setzt man hier auf ein unspektakuläres, aber eben auch bewährtes und intuitives Design. Die ersten positiven Überraschungen offenbaren sich schließlich nach nur einer Suchanfrage, denn die Präsentation der Ergebnisse ist außergewöhnlich übersichtlich. Auf Farben wird weitgehend verzichtet, die vollständigen URLs der einzelnen Resultate werden nur angezeigt, sobald Sie mit dem Mauszeiger darüber fahren und interne Links der einzelnen Seiten – etwa zu den verschiedenen Kapiteln eines Wikipedia-Artikels – werden ebenfalls nicht aufgeführt. Das Layout ist so übersichtlich, ausgereift und stimmig, dass man sich fragt, warum nicht deutlich mehr Suchmaschinen mit einem solchen Design aufwarten. Einer der bedeutendsten Vorzüge von DuckDuckGo gegenüber anderen Anbietern ist jedoch die nur sehr dezent und unauffällig platzierte Werbung. Der Fokus liegt hier eindeutig auf den relevanten Web-Adressen, was wiederum die Benutzerfreundlich positiv beeinflusst.

Individualität & Praxis

Wem das Design der Suchmaschine trotz oder gerade wegen seiner konsequenten Funktionalität nicht zusagen möchte, der kann in den Einstellungen umfangreiche Anpassungen vornehmen. So stehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt fünf verschiedene Themes zur Verfügung; Elemente wie Schriftart und –größe oder auch die Seitenbreite können den persönlichen Vorlieben entsprechend geändert werden. Auf Wunsch lassen sich diese Einstellungen zudem in der Cloud speichern, sodass Sie Ihr persönliches DuckDuckGo von jedem Computer mit Internetzugang aus nutzen können. Auch hierbei gilt: Es werden keine personenbezogenen Daten ermittelt. Sie legen lediglich ein selbst gewähltes Passwort an, mit dem Sie Ihre Design-Anpassungen später erneut abrufen können – Name, E-Mail-Adresse oder sonstige Informationen werden nicht benötigt.
Wesentlich für jede Suchmaschine ist am Ende natürlich die Qualität der Ergebnisse. DuckDuckGo leistet auch hier überzeugende Arbeit, wenngleich nicht ohne Makel: So werden die unter dem Eingabefeld erscheinenden Auszüge aus passenden Lexikon-Artikeln zum Suchbegriff zuweilen in einer anderen Sprache dargestellt, als vom Nutzer zuvor ausgewählt. Auch der Umfang der Ergebnisse reicht nicht an den der Marktführer heran, wobei die Inhalte der Vorschläge durchweg Relevanz besitzen und brauchbar sind. Insgesamt stellen diese Einschnitte angesichts der Leistungen in Bezug auf Handhabung und Privatsphäre allerdings immer noch einen fairen Kompromiss dar.

Fazit

Wenn Privates bei Ihnen auch während der Online-Suche privat bleiben soll, können wir Ihnen DuckDuckGo nur wärmstens empfehlen: So anonym durchstöbern Sie das Internet bei kaum einem anderen Anbieter. Da im Vorfeld keinerlei manuelle Einstellungen vorgenommen werden müssen, steht auch weniger technikaffinen Usern von Anfang an das volle Potential zur Verfügung. Beim Look & Feel punktet die Seite dann mit einer Effizienz und einem Komfort, der außergewöhnlich ist – es ist gut möglich, dass Sie an anderen Suchmaschinen keine richtige Freude mehr finden werden, haben Sie DuckDuckGo erst einmal ausprobiert. Dank der zahlreichen optischen Anpassungsmöglichkeiten können Sie außerdem Ihr individuelles Such-Erlebnis kreieren. Bei der gebotenen Leistung fällt es dann auch leicht, über die eine oder andere Schwäche bei den Ergebnissen hinwegzusehen.

Hier geht es zu DuckDuckGo.

Tipp: Maximale Kontrolle über Ihre Identität im Internet erhalten Sie, wenn Sie DuckDuckGo in Verbindung mit dem anonymen Tor Browser nutzen!

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