Symbolbild Antivirus © Bildagentur PantherMedia Vlad Kochelaevskiy

AntiVir Avira

Avira Free Antivirus, auch als „AntiVir Avira“ oder schlicht „Avira“ geläufig, bietet in höchstem Maße Schutz gegen Malware, kann darüber hinaus nach persönlichen Vorlieben und Bedürfnissen konfiguriert werden, sodass es sich dem individuellen Nutzungsstil jedes PC-Nutzers anpasst und verzichtet weitestgehend auf ständige und nervige Pop-Ups, die einen auffordern, die Software kostenpflichtig upzugraden. Zudem lässt es sich gut mit anderen nützlichen Avira-Programmen, wie z.B. dem „Virtual Private Network Client“ (VPN) oder sicheren Web-Browser-Diensten kombinieren, ohne interne Probleme mit der Software zu verursachen. Ein kleiner Nachteil von Avira jedoch ist die Tendenz des Programms, den PC, während System-Scans, immens zu verlangsamen, darüber hinaus gibt es bedauerlicherweise keinen technischen Supportdienst.

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Schutz gegen Viren und Malware

Avira Free Antivirus schützt Computer durch traditionelles sog. „signature-based“ Scanning (Echtzeit Scanner), wobei kaum zu bemerkende Auffälligkeiten im Verhalten der Software intern verstärkt werden, um sie als Virus oder malware identifizieren zu können. Durch dieses Vorgehen, ist es auch möglich gut getarnte Viren frühzeitig zu entdecken. Dieser Scanner ist konstant im Hintergrund aktiv und bleibt auch während System-Scans aktiv.

Drittanbieter-Technologie
Wurde schädliche Software oder ein Virus entdeckt, wird dieser in die Avira-Cloud hochgeladen. Dies geschieht von allen Geräten der ca. 100 Millionen Avira-Nutzer. Durch diese große Datenbank an Viren und Malware, ist es Avira möglich schnell auf neue Bedrohungen zu reagieren und zeitnah Lösungen für Virenattacken zu finden. Dennoch steht es jedem Nutzer frei, sich zu entscheiden, ob seine Virendaten in die Cloud hochgeladen werden oder nicht, ohne jedoch dadurch den vollen Avira-Schutz zu verlieren.

Es ist dem Nutzer jederzeit möglich einen vollen System-Scan durchzuführen. Dazu reicht es aus, den „Scan-Button“ im Hauptmenü von Avira anzuklicken. Auch ist es möglich die Priorität der System-Scans auf niedrig, medium oder hoch einzustellen. Ebenso kann man aus einer großen Palette weiterer Parameter wählen, um damit die Einstellungen von Avira für sich selbst zu personalisieren, wie z.B. Master-Boot-Records-, Rootkits- oder Registry-Scans. Darüber hinaus kann auch genau definiert werden, was gescannt werden soll und was nicht, wie z.B. persönliche Dokumente, aktive Prozesse und sogar Windows Directories. Diese hohe Flexibilität bei der Konfigurierung ermöglicht es, einen effektiven Scanning-Zeitplan zu erstellen, ohne viel Mühe und Zeit in selbigen investieren zu müssen – weder in der Vor- noch in der Nachbereitung.

Avira kann leider jedoch beispielsweise keine Scans von Web-Browsern oder E-Mail-Anbietern durchführen.
Diese Optionen sind im Hauptmenü ausgegraut – es ist jedoch möglich, selbige Optionen mit einem gekauften Update benutzbar zu machen. Zudem können auch keine Scans an in Clouds gespeicherten Daten, welcher Art auch immer, durchgeführt werden. Dennoch bietet Avira auch bezüglich der Browser einige kostenlose Sicherheitsfunktionen: Die sog. Browser-Safety-Plugins. Selbige werden derzeit für Google Chrome, Microsoft Internet Explorer und Mozilla Firefox angeboten und haben die Aufgabe bekannte bösartige oder anderweitig virenbelastete URLs zu blockieren. (Windows 10 Edge hat noch kein Plugin und es ist auch nichts darüber bekannt, ob momentan an einem solchen gearbeitet wird.)

Wie gut ist Avira wirklich?

Kurzum: Fabelhaft. Avira leistet exzellente Arbeit, wenn es darum geht den PC virenfrei zu halten.
Eine im Herbst 2015 vom unabhängigen deutschen AV-Test Labor durchgeführte Studie ergab, dass Avira imstande war 100 % der speziell für diesen Test neuprogrammierten Viren zu entdecken und abzuwehren, genauso verhielt es sich mit bereits bekannten Viren und bekannter Malware. Diese Studie wurden mit den Betriebssystemen Windows 8.1 und Windows 10 durchgeführt. Eine weitere in Österreich durchgeführte Studie aus dem Frühjahr 2016 jedoch konnte, für das Betriebssystem Windows 7, nur eine Erfolgsrate von 99% verzeichnen. Trotz alledem bleibt die Gesamterfolgsrate von Avira bei soliden 99,9%.

Im Vergleich zu anderen Antivirus-Software-Anbietern hält Avira einen konstant hohen Rang. Lediglich gegenüber „Bitdefender“ und „Panda“ steht es aufgrund der Schwäche Windows‘ 7 betreffen um eine Nullkommastellen zurück. Alles in allem lässt sich also sagen, dass Avira eine glänzende Leistung in der Virenabwehr vollbringt und lediglich Schwächen bei Geräten mit Windows 7 als Betriebssystem zeigt.

Statistik

Statistik: Am häufigsten blockierte Malware-Typen weltweit im 1. Halbjahr 2014 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Sicherheit und Privatsphäre

Drittanbieter-Technologie
So gut Avira und sein Ruf auch sein mögen, es ist und bleibt eine kostenlose Antivirus-Software. Daher sollte es keinen Nutzer verwundern, dass das Basispaket mit nicht allzu vielen Features aufwartet. Nichtsdestotrotz ist es möglich, fügt man weitere kostenlose Avira-Produkte zu seinem Basispaket hinzu, ein mittelklassiges Antivirenprogramm zu erhalten, für das man ansonsten mit einem Jahresbeitrag von 80 bis 100 Euro rechnen müsste.

Zu diesen weiteren kostenlosen Leistungen gehören z.B.: Scout (ein auf die Privatsphäre bedachter Web-Browser, der bösmeinende URLs blockiert) und ein Privatsphären-Network für Windows und Android (Phantom VPN). Der Web-Browser „Scout“ ist sozusagen verwandt mit Google Chrome und meistens auf einem ähnlichen Entwicklungsstand mit nämlichem. Scout verleiht das Privatsphären Siegel (Privacy Badger) der EFF (Electronic Frontier Foundation) und minimiert mithilfe von Plugins darüber hinaus die Möglichkeit von Dritten, das eigene Webverhalten zu analysieren, fördert sicherere Verbindungen zu vielen Websites und bietet eine „bereinigte“ Version von Google an, die erst gar keine bekannten virenbelasteten Seiten aufzeigt.

Dennoch hat der Scout-Browser auch einen großen Nachteil: Durch seine Ähnlichkeit mit Google Chrome ist er für alles anfällig, wofür auch Chrome anfällig ist. Eine bessere Alternative böte hier beispielsweise Bitdefenders ebenfalls kostenloser „Safepay“-Browser, der kaum Anfälligkeiten mit anderen Browsern teilt. Für Nutzer, die Avira zum ersten Mal runterladen, bietet sich die Möglichkeit einen Monat lang die Vollversion kostenlos zu testen, die ansonsten ca. 30 Euro im Jahr kosten würde. Diese beinhaltet einen „File Shredder“, eine Datenverschlüsselungssoftware, sowie eine Rescue-Disk entweder auf CD oder USB und vieles mehr.

Performance und Systemanforderungen

Avira Free Antivirus hat mittelstarke Auswirkungen auf die Performance eines PCs. Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, wurde folgende Studie ausgeführt:

Der Testrechner – ein „Asus X555LA“ (Laptop) mit Windows 10, 2 Ghz Intel Cire i3-4005U Chip, 6 GB Ram and 36 GB gespeicherte Daten auf einer 500 GB Festplatte – spielte einmal einen Befehl aus während Avira aktiv war und einmal ohne Avira im Hintergrund. Dabei wurde jeweils die benötigte Zeit gemessen, die der Testrechner brauchte. Ohne Avira dauerte das Ausführen des Testbefehls 7:02 Minuten, mit Avira dauerte es 7:11 Minuten. Das sind neun Sekunden länger, oder eine Leistungsminderung von 2,2%. Das mag unwesentlich mehr Minderung sein, als durch andere Antivirus-Softwares verursacht wird, bleibt aber dennoch kaum bemerkbar.

Was man jedoch bemerken würde, ist die Leistungsminderung des PCs während eines vollständigen System-Scans. – Derselbe Test wurde während eines solchen System-Scans wiederholt und die Zeit für die Ausführung des Testbefehls betrug nun 9:10 Minuten. Das ist eine Leistungsminderung von satten 33%. Damit schneidet Avira zwar immer noch besser ab, als beispielsweise der „Windows Defender“ mit einer Minderung von 46%, aber trotzdem wesentlich schlechter als z.B. „Avast Free Antivirus“ mit lediglich 3,3%.

Auch die Minderung der Gesamtleistung während eines sog. „Quick Scans“ ist leider recht massiv und liegt ebenfalls bei soliden 33%. Damit weist Avira die größte Leistungsminderung für einen Quick-Scan unter allen gängigen Antivirus-Softwares auf. Dennoch ist zu bemerken, dass der Quick-Scan von Avira nicht nur der rechenintensivste ist, sondern auch der schnellste. Mit 1.226 untersuchten Dateien in nur etwa 20 Sekunden steht Avira mit viel Raum nach hinten auf Platz eins. Dies sollte man nicht unberücksichtigt lassen.

Ein kompletter Systemscan auf dem Testgerät dauerte 44:3 Minuten. Damit liegt Avira im Mittelfeld im Vergleich zu anderen Antivirus-Programmes. „AVG AntiVirus Free“ z.B. brauchte, als schnellste Software, nur 14:02 Minuten, die langsamste dagegen (Avast Free Antivirus) brauchte weit über eine Stunde.

Man sollte bei diesen Daten jedoch nicht vergessen, dass Avira und Avast jede Datei während jedes System-Scans erneut durchsuchen, während anderen Programme die meisten Dateien, insofern sie keine Viren gefunden haben, als sicher verbuchen und nicht mehr erneut scannen. Dies kann ggf. ein großes Sicherheitsrisiko bergen. Deshalb sollte man die zusätzliche Zeit doch gerne in Kauf nehmen.

Installation und Support

Drittanbieter-Technologie
Offiziell funktioniert Avira Free Antivirus auf allen Betriebssystemen von Windows 7 bis Windows 10. Laut Aussage von Aviras Firmensprechern sollte das Programm auch auf Windows XP laufen, jedoch nicht so effektiv wie auf späteren Betriebssystemen. Auf dem bereits o.g. Testrechner dauerte die Installation des Produktes exakt 5 Minuten. Im Vergleich zu anderen Programmen war dies mit die schnellste gemessene Zeit.

Eine Registrierung auf Avira ist nicht erforderlich, insofern man das Programm nur auf dem Gerät benutzen möchte, auf das man es auch heruntergeladen hat. Sollte man es geräteübergreifend nutzen möchten, ist eine Registrierung auf der Avira-Website (MyAvira) erforderlich. Leider sieht es mit dem Nutzer-Support eher düster aus. Avira bietet keine direkte Hilfe via Telefon oder E-Mail an. Dennoch kann man sich in Foren, auf denen sich anderen Nutzer austauschen, Rat suchen. Somit ist man im Zweifelsfalle nicht ganz ratlos.

Alles in Allem

Avira Free Antivirus bietet dem Nutzer sehr guten Malware- und Virenschutz. Zudem kann man sich, ohne Geld investieren zu müssen, mit weiteren kostenlosen Avira Produkten ein Antivirenprogramm zusammenstellen, dass in dieser Ausführung bei anderen Anbietern unter ca. 80 bis 100 Euro pro Jahr nicht zu haben wäre.
Sicherlich gibt es auch Nachteile wie beispielsweise den, im Vergleich zu ähnlichen Produkten, sehr großen Ressourcenverbrauch während System-Scans oder dessen vergleichsweise lange Dauer, aber das sollte nicht abschrecken, da die Vorteile klar überwiegen.

Hier nochmal eine kurze Übersicht:

Pro:

– Preis / Leistung = Top
– Sehr guter Virenschutz
– Viele freie Zusatzprogramme
– Hochgradig personalisierbar
– Schnelle „Quick-Scans)

Contra:

– Starte Leistungsminderung während System-Scans
– Keine automatische Virenprüfung von E-Mails u.ä.

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